Themen

Auf der Grundlage der Heiligen Schrift wollen wir zu theologisch relevanten Fragen Klärung erarbeiten, um in einer immer orientierungsloser werdenden Kirche das biblische Evangelium zur Geltung zu bringen.

Interview mit Dekan Dr. Neudorfer

Dekan Dr. Heinz-Werner Neudorfer, Marbach am Neckar, wird von Redakteur Oliver von Schaewen von der „Marbacher Zeitung“ zum Beschluss des Bundestages vom 30. Juni 2017 interviewt, den Ehebegriff auch auf Personen gleichen Geschlechts anzuwenden. Mit freundlicher Genehmigung der Marbacher Zeitung an dieser Stelle veröffentlicht.

1) Was halten Sie persönlich vom Beschluss des Bundestags?

Zunächst wundere ich mich: Noch in den 80er Jahren haben sich dieselben Personengruppen, die heute „Ehe für alle“ fordern, dezidiert gegen jede Form von Ehe ausgesprochen – auch in der Kirche. Ich selbst halte die Entscheidung für fatal im wahrsten Sinn des Wortes. Der Staat verabschiedet sich damit endgültig von der christlichen Tradition, die ihn fast 1500 Jahre geprägt hat. Aus meiner Sicht ist das ein Verlust.

2) Schließen Sie die kirchliche Trauung homosexueller Paare aus?

Unsere Landeskirche debattiert gerade über diesen Punkt und will demnächst darüber entscheiden. Dabei sollen allerdings die Gemeinden vor Ort offenbar nicht gehört werden. Das finde ich schlecht, denn dort wird man die Folgen zu spüren bekommen. Für mich selbst kann ich sagen: Ja, ich schließe das als Möglichkeit aus und werde solche Trauungen oder Segnungen weder durchführen noch als Dekan genehmigen.

3) Könnte man nicht auch die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften als Bereitschaft deuten, füreinander Verantwortung zu übernehmen (z.B. wenn es einem der Partner nicht gut geht oder er in Not gerät) und deshalb dies aus christlicher Sicht gutheißen?

Füreinander Verantwortung zu übernehmen ist auch anders möglich. Gegenseitige Verantwortung ist zudem nur ein Teil dessen, was eine Ehe ausmacht, allerdings ein wichtiger. Zur Ehe gehört nach christlichem Verständnis immer auch die grundsätzliche Bereitschaft für das Weiterbestehen der Menschheit zu sorgen. Das ist m. E. in solchen Gemeinschaften nicht möglich. Gott hat nicht umsonst zwei Geschlechter geschaffen. Die brauchen einander in vielerlei Hinsicht. Auch Kinder brauchen beide Elemente als Gegenüber.

4) Wie können die Kirchengemeinden damit umgehen, dass die „Ehe für alle“ jetzt endgültig legitimiert ist und es Menschen gibt, die auf dieser Basis auch kirchlich heiraten möchten?

Wir haben die „hinkende“ Trennung von Staat und Kirche. Insofern haben die Kirchen das Recht, staatlichen Entwicklungen nicht zu folgen. Das würde ich meiner Landeskirche empfehlen.

5) Wie werden Sie als Dekan den Prozess steuern? Inwiefern überlassen Sie es den Kirchengemeinden, dafür Lösungen zu finden?

Wir sind eine lutherische Kirche. Das bedeutet: Die Kirchenleitung gibt Ordnungen vor, die das Leben in ihr regeln. Es gibt für mich also keine Notwendigkeit zu steuern, solange unsere Ordnungen mit Bibel und Bekenntnis übereinstimmen.

6) Welche Handlungsalternativen können den Kirchengemeinden an die Hand gegeben werden: Segnung, Trauung…?

Hier sind die Pfarrer und Pfarrerinnen gefragt, nicht die Gemeinden. Nach meiner Meinung kann es sich nur um eine seelsorgliche Begleitung und Beratung handeln, nicht um einen Ritus.

7) Für wie wichtig halten Sie, dass kein Unfrieden in den Kirchengemeinden entsteht?

Für sehr wichtig! Dieser Konflikt trägt das Potential für eine Kirchenspaltung in sich, die niemand einen Vorteil bringen würde. Es geht im Kern ja auch nicht „nur“ um eine ethische Frage, sondern darum, welches Gewicht Gottes Wort im Jahr des Reformationsjubiläums in unserer Kirche tatsächlich und konkret noch hat. Ob evangelisches Profil gesellschaftlich nur zugelassen wird, sofern es den aktuellen Mainstream unterstützt, oder auch, wenn es ihn in Frage stellt. Dahinter wiederum steht die Frage, ob es Gott überhaupt gibt und wenn es ihn gibt, ob er nur ein „Weltprinzip“ ist oder eine Person, die auch einen Willen hat. Ist das so, dann müssen die Kirchen auch in den komplexen und sensiblen Fragen der Gegenwart vor allem eins tun: für sich klären, was Gott will, und das auch sagen, weil die Menschen das brauchen.

Dekan Dr. Heinz-Werner Neudorfer, Marbach am Neckar

Marbacher Zeitung 7. Juli 2017

12 widerständige Brocken zum 30. Juni 2017

Der Autor Burkhard Hotz war fast 40 Jahre Gemeindepfarrer in der EKHN, acht Jahre Mitglied in deren Landessynode, hat beim Kirchentag und im Leitungskreis der GEE mitgearbeitet und im Ruhestand seinen Wohnsitz in Wiesloch in der Nähe von Kindern und Enkeln genommen. Er ist 1947 geboren und seit über 40 Jahren Mitglied der SPD. Er verbindet klare Fundierung in Bibel und Bekenntnis mit einladender Weite. Präzise entlarvt er die eingerissenen Irrtümer, aber gerade nicht so, dass er in eine kleinkrämerische und religiös dumpfe Ecke abgeschoben werden könnte.

"Ehe für alle“. Kritische Anfragen zu einem ideologischen Konstrukt.

Dr. Christian Herrmann, Theologe und Bibliothekar an der Landesbibliothek Stuttgart, zeigt auf, dass hinter der künstlichen Ausweitung des Ehe-Begriffs auch auf Homo-Ehen ein ideologisches Programm steckt, dass die Eheinstitution im jüdisch-christlichen Sinne verdrängen will.

Die Gesellschaft lebt in der Illusion der Entgrenzung

Der Realschullehrer und Theologe Gabriel Stängle, Nagold, der die Petition „Zukunft - Verantwortung - Lernen“ zum baden-württembergischen Bildungsplan initiiert hat, beschreibt einen Trend in Politik und Gesellschaft, der bisherige Werte, Bewertungen und Grenzziehungen bewusst aufhebt. Er führt aber gerade nicht zu mehr freiheitlicher Vielfalt, sondern zu einem erzwungenen Konformismus im Denken, Reden und Handeln, so die These des Autors. - Wir geben den Artikel an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung von: „Die Tagespost - Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur“, Würzburg, wieder.

Die anthropologische Revolution

Dr. Vladimir Palko, Dozent für Mathematik an der Paneuropäischen Hochschule in Bratislava, katholischer Christ, hat 2012 ein Buch veröffentlicht (4. Aufl. 2015), dessen Titel in deutscher Übersetzung lautet: „Die Löwen kommen. Warum Europa und Amerika auf eine neue Tyrannei zusteuern“. Dr. Palko war mehrmals Abgeordneter des slowakischen Nationalrates für die Christdemokratische Bewegung, von 2002-2006 Innenminister der Slowakischen Republik. In dem 500-seitigen Buch führt er Kapitel um Kapitel Beispiele dafür auf, wie in Gesellschaft und Politik nicht nur christliche Positionen und Werte, wie z.B. der Lebensschutz für Ungeborene, zurückgedrängt werden, sondern auch Vertreter dieser Meinung angegriffen und benachteiligt werden. Seine These: Es ist eine linke anthropologische Revolution im Gange, die sich mehr und mehr durchsetzt und zu einer gewissen Art von getarnter, sanfter, effektiver Christenverfolgung führt. Das Buch schließt mit 10 Ratschlägen ab, die wir mit freundlicher Genehmigung des fe-medienverlags, Kißlegg, an dieser Stelle wiedergeben.

Die alternde Republik und das Versagen der Politik

Ein Interview mit Prof. Herwig Birg - Von Pastor Dr. Joachim Cochlovius

Quelle: Aufbruch. Informationen des Gemeindehilfsbundes, Walsrode, Januar 2015 www.gemeindehilfsbund.de

Buchbesprechung zum Buch "Die alternde Republik"

Ja zu Kindern! - Das biblische Gebot und der demographische Wandel

Von Dr. Paul Murdoch, Studienleiter am Albrecht-Bengel-Haus, Tübingen (Zeitschrift "Theologische Orientierung" Nr. 175 Juli, September 2014, S. 21-23)

Gender-Mainstreaming - Auflösung der Geschlechter?

Confessio weist auf folgendes Buch von Prof. Dr. Christoph Raedel hin, das für das Studierzimmer des Pfarrers und für die Gemeindearbeit nützlich sein könnte.

Kurzinterview von Prof. Christoph Raedel

Debatte über das EKD-Familienpapier in A-u-B

Sowohl das Dt. Pfarrersblatt als auch die Zeitschrift "Arbeit und Besinnung" haben eine kurze Pressemeldung von Confessio zum EKD-Familienpapier veröffentlicht. Die Pressemeldung stellt keinen ausführlichen und ausgewogenen Kommentar zum umfangreichen EKD-Familienpapier dar. Sie beschränkt sich darauf, auf zwei Falschaussagen des Papiers hinzuweisen: a) Jesus habe keine verbindliche Eheordnung gelehrt. b) Gleichgeschlechtliche Partnerschaft sei in der Kirche ebenso zu schätzen wie die Ehe. Drei Reaktionen auf unsere Pressemeldung, die in "Arbeit und Besinnung" erschienen, sind an dieser Stelle dokumentiert. Unsere Antwort geht nicht auf den Stil dieser Reaktionen ein, sondern widerlegt die inhaltlichen Argumente.

Pressemeldung zum EKD-Familienpapier
 
Reaktionen auf die Pressemeldung: Opitz AuB 20, Vollmer AuB 21, Herberg AuB 22
 
Antwort: Pressemeldung des Confessio-Vorstandes zum EKD-Familienpapier

Zehn Fragen - offener Brief an den Rat der EKD

Ein Pfarrer der badischen Landeskirche stellt bedenkenswerte Fragen zur "EKD-Orientierungshilfe Familie" (eingestellt mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Falsches Glück. Die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf ist das Ende der Freiheit

Der Zeitungsartikel von Norbert Blüm unter dieser Überschrift erschien am 28. Juli 2013 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (S.3). Norbert Blüm vertritt darin die These, dass hinter der angeblich freien Wahl zwischen Familienarbeit und Berufsarbeit eine faktische Unterordnung der Familie unter die Interessen der Wirtschaft steckt. Der Wert der Elternzeit und Mutterzeit wird nicht mehr ausreichend gesehen. - Könnte diese These nicht Theologen anregen, die Bedeutung von Mutterschaft und Familienleben biblisch-theologisch zu beleuchten?
http://www.faz.net/aktuell/politik/gastbeitrag-von-norbert-bluem-falsches-glueck-12307991.html (Hinweis mit freundlicher Genehmigung der FAZ)

Mama, was ist Er-ot-ik? Wie Kinder in Berlin den "Porn-Chic" sehen

Der Text von Antje Schmelcher in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 28. Juli 2013 (S.8) schildert Erfahrungen mit Kindern, die in der Öffentlichkeit erotische Reklamebilder und -texte sehen und nach deren Bedeutung fragen. - Wird das Phänomen fortschreitenden Sexualisierung unserer Gesellschaft in christlichen Gemeinden schon angemessen wahrgenommen und geistlich-theologisch bedacht?
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/familie/drastische-werbeplakate-mama-was-ist-er-ot-ik-12308462.html (Hinweis mit freundlicher Genehmigung der
FAZ)

EKD sorgt für falsche Lehre und Ärgernis in der Kirche

Wer als evangelischer Pfarrer sein Ordinationsversprechen ernst nimmt, muss dem sogenannten Orientierungspapier der EKD zum Thema Familie widersprechen. Dieses Fazit zieht der Vorstandsvorsitzende von Confessio e.V., Pfr. Dr. Tobias Eißler, nach Beratungen des Vorstands über den EKD-Text.

"Theologisch problematisch, politisch verheerend, ökumenisch belastend!"

Pfr. Steffen Kern, Sprecher der Lebendigen Gemeinde in der Synode, hat zum Orientierungspapier der EKD zur Familie Stellung genommen. Der Confessio-Vorstand stimmt seinem Kommentar (PDF) zu und empfiehlt den Text zu Weiterverbreitung.

"Christen sollen nicht den Irrwegen der EKD folgen!"

Hans-Joachim Vieweger (Journalist, Synodaler der Ev.-Luth. Kirche in Bayern, zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern) hat eine gemeinsame Stellungnahme verfasst, die von vielen verschiedenen theologischen Gruppen und Netzwerken in Deutschland unterschrieben worden ist. Der Vorstand von Confessio trägt diese gemeinsame Stellungnahme mit. Ein Beitrag dazu, dass noch deutlicher wird, dass sich überall in Deutschland evangelische Christen von dieser Sichtweise und dieser Theologie des EKD-Rates distanzieren, weil sie sich von der Bibel distanziert.

Warst du beim Friseur? Über den Unterschied zwischen Genus und Sexus in unserer Sprache

Ein Artikel von Dr. Andreas Meier, Berlin, aus den Nachrichten der Ev.-Luth. Kirche in Bayern, 68. Jg., Nr. 6 Juni 2013 (mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Redaktion).
"Liebe Christinnen und Christen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Gäste und Gästinnen..." Seit einem guten Jahrzehnt ist unsere Sprache im Blick auf den Gebrauch geschlechtsspezifischer Anrede verändert worden. Warum eigentlich? Macht das Sinn? Einen Gedankenanstoß dazu bietet der folgende Text.

Bernhard Ritter: Feministische Mythen führen zu Zerfallserscheinungen

Beim Studiennachmittag von Confessio am 18. Oktober 2012 in Stuttgart referierte Pfarrer i.R. und Pastoralpsychologe Bernhard Ritter aus Bennungen, der einige Jahre Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt war. Sein Referat zeigte sowohl die biblische Sicht der Geschlechter auf als auch die v.a. von Simone de Beauvoir aufgebrachten Mythen des Feminismus, die das Denken und Handeln heute prägen. Die Folgen sind in der Theologie zu spüren, in der Gott zur Göttin umgeformt wird, und im Ehe- und Familienleben, in dem Mann und Frau nicht mehr miteinander zurechtkommen. Das Referat führte zu einer angeregten Diskussion. Freundlicherweise hat Herr Ritter den Text seines Referats (PDF)  zur Veröffentlichung freigegeben.

Das Paradigma "Selbstbestimmung" und die Folgen für Gesellschaft und Kirche

PDF: von Pfr. Dr. Joachim Cochlovius, Leiter des Gemeindehilfsbundes, Walsrode

Gender Mainstreaming

  •  Eine Stellungnahme zum Thema Gender Mainstreaming

von Hans Lachenmann, erschienen in "Für Arbeit und Besinnung 2/2010 vom 15. Januar Seite 14/15" siehe hier!